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Krankmeldung

Wenn Angestellte blaumachen

2.10.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ist ein Arbeitnehmer erkrankt, darf er der Arbeitsstelle fernbleiben und erhält für bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung. Diese gesetzliche Regelung ist sinnvoll, damit Ihr Angestellter sich erholen und wieder fit für die Arbeit machen kann. Allerdings nutzen manche Arbeitnehmer die Krankschreibung ironisch gesagt als "gelben Urlaubsschein". Welche Möglichkeit haben Sie als Arbeitgeber, wenn Sie einen entsprechenden Verdacht haben?

Antwort:

Ihr Angestellter hat sich wegen einer schweren Grippe krankgemeldet. Und trotzdem entdecken Sie auf seinem Social Media Account ein Foto, wie er am letzten Wochenende auf dem Oktoberfest bierlaunig das Tanzbein schwingt? Da  kann wohl etwas nicht stimmen. Als Arbeitgeber haben Sie in solchen Fällen das Recht, arbeitsrechtliche Konsequenzen zu ziehen.

Grundsätzlich dürfen Sie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen anzweifeln. Sind Sie der Meinung, Ihr Arbeitnehmer feiert krank obwohl er kerngesund ist, können Sie eine Abmahnung aussprechen und unter Umständen sogar kündigen. Allerdings sollten Sie diese Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus treffen. Der behandelnde Arzt entscheidet über die Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie. Und nicht jede Erkrankung fesselt den Arbeitnehmer ans Bett.

Sie müssen vielmehr ernsthafte Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit haben und vortragen können. Hat Ihr Arbeitnehmer unvorsichtigerweise selbst Beweisbilder gepostet, wird Ihnen der Nachweis nicht sehr schwer fallen. Andernfalls sind Ihre Beweismöglichkeiten beschränkt. Selbst, wenn Sie einen Privatdetektiv einschalten - dieser darf nicht in die Privatsphäre Ihres Arbeitnehmers eindringen. Sie können aber in bestimmten Fällen die Krankenkasse Ihres Mitarbeiters um eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MdK) bitten.

Ein entsprechendes Gutachten kann die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dann tatsächlich erschüttern. Verweigert Ihr Arbeitnehmer die Untersuchung durch den MdK, ist dies ebenfalls ein Hinweis auf eine mögliche Gefälligkeitsbescheinigung. Umgekehrt kann die Begutachtung auch die tatsächliche Arbeitsunfähigkeit Ihres Angestellten bestätigen. Dann wissen Sie zumindest, dass Sie nicht hinters Licht geführt werden.

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