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Kündigung wegen Fehleinschätzung des Alters?

Kündigung wegen Fehleinschätzung des Alters?

3.12.2015

Das Arbeitsgericht Mannheim hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob die Kündigung einer Auszubildenden wirksam ist. Dies ist in der Tat zunächst nicht weiter verwunderlich, da die Verhandlung derartiger Fälle tägliches Geschäft beim Arbeitsgericht sind. In diesem Fall ist jedoch der Grund der Kündigung bemerkenswert.

Der Chef, ein Rechtsanwalt, fühlte sich durch eine Fehleinschätzung der Auszubildenden derart angegriffen, dass er das Ausbildungsverhältnis mit ihr fristlos kündigte. Was hatte die Auszubildende falsch gemacht? Sie hatte das Alter der Lebensgefährtin Ihres Chefs auf 40 Jahre geschätzt. Tatsächlich ist die Lebensgefährtin jedoch erst 31 Jahre alt. Zudem warf der Anwalt ihr dann auch vor, nicht immer korrekt gearbeitet zu haben.

Die Auszubildende wehrte sich mit einer Klage gegen die fristlose Kündigung. Das Arbeitsgericht gab ihr Recht und zeigte wenig Verständnis für die Gründe der Kündigung. Der Rechtsanwalt nahm die Kündigung zurück. Allerdings hatte die Auszubildende bereits eine neue Ausbildungsstelle angefangen. Es wurde daraufhin ein Vergleich geschlossen, der die Beendigung des Ausbildungsverhältnisses und Zahlung des noch anteilig ausstehenden Lehrgehalts vorsieht. 

Arbeitsgericht Mannheim, Vergleich v. 24.03.2011 - 3 Ca 406/10 -

 

 

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